Deutscher Phantastikpreis 2010

"Der Fremde" hat im Finale des Deutschen Phantastikpreises 2010

in der Kategorie

Bestes deutschprachiges Romandebüt

den vierten Platz erreicht.

 

Ich bin überglücklich und danke allen treuen, engagierten Lesern und Freunden für diese Anerkennung.

 

 

 

 

Der Fremde

Der Fremde
Der Fremde

Was macht jemand, der viel von seiner mittelalterlichen Welt gesehen hat, und neugierig ist auf mehr, der Wert darauf legt, sich seine eigene Meinung zu bilden und genau das zu tun, was er selber für richtig hält, wenn er in ein Land kommt, in dem jederman nach starren Regeln lebt und bis auf eine herrschende Minderheit kaum genug zum Leben hat?

Genau, er sieht zu, daß er schnell weiter kommt. Aber dummerweise ist da diese bezaubernde junge Frau, die ihm so gut gefällt. Und sie ist in entsetzlichen Schwierigkeiten, denn sie wird von einem Schwarm fliegender Ungeheuer entführt und niemand sonst scheint in der Lage, sie zu befreien.

Wanja Bajarin, eigentlich nur auf der Durchreise durch das mittländische Reich, überlegt nicht lange und begibt sich auf eine wilde Verfolgungsjagd, die ihm viel abverlangt. Schließlich gelingt es ihm aber, die Dame Valeria zu befreien und er kann sich mit ihr auf den Rückweg in ihre Heimat machen.

Auf dieser Reise erleben sie viele Abenteuer, teils gefährlich, teils romantisch, und sie begegnen vielen Menschen, die uns allerhand über Wanja und seine Vergangenheit verraten.

Als die Beiden am Ziel ihrer Reise ankommen, haben sie einander natürlich nicht nur kennen, sondern auch schätzen gelernt ... und mehr als das. Während aber Wanja eine gemeinsame Zukunft wegen der gesellschaftlichen Zwänge für ausgeschlossen hält und seine Verliebtheit (Augen zu und durch!) durch eine möglichst schnelle Weiterreise überwinden möchte, ergreift Valeria die Initiative. Sie überredet den König, ihren Verwandten, Wanja unter dem Vorwand humanitärer Hilfeleistung für ein kriegsverwüstetes Lehen im Lande zu halten.

Wanja bleibt also "vorübergehend" doch noch. Er will ja auch nicht wirklich fort! Mit harter Arbeit, unkonventionellen Ideen und unter Einsatz seiner "in aller Herren Länder" erworbenen Kenntnisse bringt er das Land wieder zum Aufblühen, während er selber allerdings immer stärker unter der Hoffnungslosigkeit seiner Liebe zu Valeria leidet.

Aber am Ende kriegen sie sich natürlich, so wie sich das gehört!

Dieser Roman ist also ein richtiges Märchen, mit nur einer kleinen Prise Magie, geschrieben für Leser etwa ab zwölf Jahren. Für jüngere Kinder enthalten manche Abschnitte vielleicht doch etwas zu viel Gewalt. Es ist eben eine mittelalterliche Welt, in der Probleme nicht nur mit dem Intellekt gelöst wden. Aber das Buch fordert durchaus auf, den Verstand zu benutzen, selber zu denken und sich von Vorurteilen frei zu machen.

Der zweite Band der Reihe canis lupus niger (lat. Der schwarze Wolf), "Das Sommerturnier", ist praktisch fertig und wird bei entsprechender Nachfrage im kommenden Jahr erscheinen. Dann kann man lesen, wie es mit Wanja, Valeria und allen andern weiter geht. Und obwohl "der Fremde" in sich abgeschlossen ist, greift die Fortsetzung alte Probleme und Themen auf, entwickelt sie weiter und führt sie teilweise zu einer abschließenden Lösung.